Glasmuseum

   


Spiegel aus Spiegelberg


Apothekerfläschchen (sog. Blätterlein)


Rippenbecher- und Model-Fragmente
 

Glasmuseum Spiegelberg



im Rathaus Spiegelberg
Sulzbacher Straße 7
71579 Spiegelberg

Internet-Seite: www.glasmuseum-spiegelberg.de

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten des Glasmuseums sind:

- täglich während der Öffnungszeiten des Rathauses (geändert seit 01.04.2020):
    Montag :       08.00 Uhr - 12.00 Uhr und 14.00 Uhr - 16.00 Uhr

    Dienstag:      08.00 Uhr - 12.00 Uhr
    Mittwoch       geschlossen
    Donnerstag:   08.00 Uhr - 12.30 Uhr und 14.00 Uhr - 18.30 Uhr
    Freitag:         08.00 Uhr - 12.00 Uhr

 
- Öffnungszeiten am Wochenende:
   von Januar bis April              am 2. Sonntag im Monat           von 14.00 - 17.00 Uhr
   von Mai bis Oktober             am 2. und 4. Sonntag im Monat von 14.00 - 17.00 Uhr
   im November und Dezember
am 2. Sonntag im Monat           von 14.00 - 17.00 Uhr

- nach Vereinbarung
- Sonderführungen für Gruppen sind möglich

Eintrittspreise   
Erwachsene:                                                                                                  3 €
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre:                                                      frei
Führungen außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung           ab  30 €             

 

Sonderaustellung 2020 "Sommer im Glas" im Glasmuseum Spiegelberg

Die neue Sonderaustellung ist fertig aufgebaut. Sie war von Juni bis Anfang Oktober zu sehen.

 

Aufgrund der steigenden Covid19-Fallzahlen ist das Glasmuseum ab sofort bis auf Weiteres geschlossen.

 

Wir informieren sie, sobald sich die Situation geändert hat.

 

Es gelten auch bei uns die Corona-Schutzmaßnahmen (1,5 Meter Abstand). Bitte bringen Sie ihren eigenen Mundschutz mit.

 

Die Sonderausstellung 2020 „Sommer im Glas“ präsentiert das spannende Thema der Vorratshaltung. Ein Rückblick auf die letzten Jahrhunderte, in denen nur die wenigsten Lebensmittel ständig frisch zur Verfügung standen.
Obst und Gemüse, Kräuter und Pilze, aber auch Fleisch und Wurst mussten über die Erntezeit und Schlachtung hinaus haltbar gemacht werden, um während des ganzen Jahres zur Verfügung zu stehen. Daraus ergaben sich lange Zeit nahezu gleichbleibende Techniken: Trocknen und Dörren; Pökeln und Räuchern; Einlegen von Früchten, Gemüse, aber auch Fleisch und Wurst in Glasgefäßen (das „Einwecken“); die Herstellung von Marmelade, Butter und Schmalz. Die Arbeiten begannen im Juni mit dem Beereneinkochen und endeten an Weihnachten, wenn das letzte Stück Fleisch geräuchert war.
Viele dieser Techniken sind in der Ausstellung mit gut erhaltenen Objekten, Werkzeugen und Erläuterungen dargestellt.

 

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Inhalt

Der Schwäbisch-Fränkische Wald war ein wichtiges Zentrum der Glasherstellung in Baden-Württemberg. Seit dem 13. Jahrhundert wurde hier Glas hergestellt. Die Glasmacher fanden alle Materialien, die sie benötigten: das Holz aus den Wäldern zum Feuern der Öfen und zur Herstellung der Pottasche (Pottasche wurde als Flussmittel zum Absenken des Schmelzpunktes der Glasmasse benötigt), Quarzsand als Hauptbestandteil des Glases, und Kalkstein als Härter des Glases. 

Begeben Sie sich auf eine Reise in die Welt der Glas- und Spiegelmacher. Produkte aus längst vergangenen Zeiten lassen erahnen, welche Glaskunst einst in unseren Wäldern gefertigt wurde. Die Ausstellung präsentiert Glas vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart in folgenden Themenbereichen: 

Glasherstellung, Rohstoffe, Werkzeuge
In der Ausstellung sehen Sie die Rohstoffe zur Glasherstellung und Werkzeuge der Glasmacher wie Schmelzhafen, Glasmacherpfeife, Zangen, Scheren und verschiedene Model aus Ton, Holz und Eisen. Unzählige Schmelzhafenfragmente weisen auf die geringe Lebensdauer der Schmelzhäfen hin. 

Waldglas des 15. bis 17. Jahrhunderts
Sie finden Originale und Nachbildungen der bedeutendsten Glasformen des 15. bis 17. Jahrhunderts, z. B. Rüsselbecher, Stangengläser, Krautstrunk, Daumenglas, Römer, Kuttrolf, Pilgerflasche und doppelkonische Flaschen. Tonmodel aus dem 16. Jahrhundert zur Herstellung von Rippenbechern, Rahmenstücke von den Arbeitsöffnungen der Öfen und zahlreiche aufschlussreiche Fragmente von den alten Hüttenstandorten zeigen die Kunst der Glasmacher im Schwäbisch-Fränkischen Wald.

Vom Waldglas zum farblosen Glas
Hier sehen Sie farblose Gläser des 18. und 19. Jahrhunderts: Flakons, Kannen, Bierkrüge, Warzenbecher (Liesel). Butzenscheiben und Zwickel sind Zeugen der Flachglasherstellung.
Dass die Glasherstellung nicht nur rein funktional war, zeigen Scherzgefäße in Form von Flaschen und Tieren. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.
Ein breites Sortiment an Flaschen, Tintengläsern, Plattflaschen, Vorratsflaschen sowie Bindegläsern (Vorratsgefäße) runden das Bild ab.

Farbiges Glas
Die gezielte Färbung der Glasmasse ist seit den Anfängen der Glasherstellung bekannt.
Beispiele hierfür sind blaues und opak siegellackrotes Glas. Farbloses Glas wurde auch bemalt oder mit Emailfarbe dekoriert, wie die ausgestellten Bierkrüge, Schnapsflaschen, Humpen und Flakons zeigen. Zu sehen sind auch filigrane Arbeiten der Glasbläser aus Lauscha im Thüringer Wald - vom Glaskäfer bis zum Glasauge.

Spiegel und die Spiegelberger Manufaktur
Von besonderer Bedeutung war die Spiegelberger Manufaktur, die als einzige der 16 Glashütten in den Löwensteiner Bergen und im Mainhardter Wald Spiegel herstellte.
Ein Prunkstück der Ausstellung ist einer der wohl letzten nachweislichen Spiegel aus der Spiegelberger Manufaktur.
Texttafeln erklären die Flachglasherstellung. Ein außergewöhnlicher geometrischer Konzeptplan aus dem Jahr 1784 zeigt die Lager der Wirtschafts- und Privatgebäude in Spiegelberg.

Verbinden Sie den Aufenthalt im Schwäbisch-Fränkischen Wald mit einem Besuch im Glasmuseum Spiegelberg. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Kulturgut Glas und Spiegel - Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Spiegelfabrik Spiegelberg

 

Der Ort Spiegelberg wurde 1705 als Spiegelhütte gegründet und war damit die einzige von 25 Waldglashütten im Schwäbisch-Fränkischen Wald, die speziell für die Herstellung von Flachglas gegründet wurden. Manfred Theilacker hat in jahrelanger Recherche in den Archivalien die Geschichte der Spiegelfabrik Spiegelberg ermittelt und dokumentiert. Das daraus entstandene Werk "Kulturgut Glas und Spiegel - Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Spiegelfabrik Spiegelberg" wurde 2015 veröffentlicht.

Das Buch umfasst annähernd 800 Seiten. Es kostet 79 Euro.
Wer ein Buch erwerben möchte, schreibt uns bitte eine Mail.


Schautafel mit verschiedenen Beerennuppen

Historie

Aufgrund der sehr großen Resonanz im Jubiläumsjahr 2005 hat man sich in Spiegelberg dazu entschlossen, die Glasausstellung im Spiegelberger Rathaus dauerhaft zu öffnen. Inhaltlich orientiert sich die laufende Ausstellung an der Ausstellung zum 300-jährigen Gemeindejubiläum, wobei einige Themen überarbeitet und teilweise neue Exponate integriert wurden. Sie wird außerdem immer wieder  durch Sonderausstellungen erweitert und bereichert.

 

Die Sonderausstellung 2017 „Glanzstücke“  präsentierte aufwendig gearbeiteten Glasobjekten aus der wechselvollen, 150-jährigen Firmengeschichte der Glasmanufaktur Oertel (Welzheim)..

"edel - weiß" war der Titel der Sonderausstellung 2015. Die mehrfach ausgezeichnete Leipziger Künstlerin und Porzellangestalterin Claudia Biehne präsentiert ihre innovativen Objekte. Viele ihrer Unikate sind zarte, feingliedrige Gebilde in reinem weiß, die durch ihre dünne Wandstärke eine spannende Transparenz besitzen; andere hingegen sind eher wuchtig mit verschiedenen farbigen Glasuren.

Die Sonderausstellung 2014 "Haller Löwenbrauerei - ein Traditionsunternehmen im Spiegel seiner Geschichte" informierte über die fast 300-jährige Geschichte der Brauerei mit einem repräsentativen Querschnitt der Biergläser und -flaschen aus dieser Zeit.
Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.
 

2013 wurde in der Sonderausstellung „Millefiori – Tausend Blüten in Glas“ eine Privatsammlung mit verschiedensten Millefiori-Objekten gezeigt. Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.

Im Jahr 2011 zeigte die Sonderausstellung "Altes Waldglas - Junges Farbglas" seltene Originale der Waldglashütte Walkersbach sowie WMF-Gläser der Reihen Ikora und Myra. Parallel dazu war die Bilderausstellung Wildwechsel zu sehen.

Im Jahr 2010 war eine Sonderausstellung mit dem Titel "Nur Küsse schmecken besser" zum Thema "Alkohol in der Werbung" zu sehen.

In Jahr 2009 war vom 24. Mai bis zum 8. November eine
Sonderausstellung mit dem Titel "WERTheimer WERTsachen" zu sehen.

In Jahr 2008 war vom 6. Juli bis zum 9. November eine Sonderausstellung zum Thema Spiegel mit dem Titel "Ansichtssache - Spiegel und Spiegelbilder" in den Räumlichkeiten der Glasausstellung zu sehen. Informationen zu dieser Ausstellung finden Sie hier.

Informationen zur Sonderausstellung 2007 "Sulzbacher Adlerbräu" finden Sie hier

Alle  Informationen zum 300-Jahre-Jubiläum der Gemeinde Spiegelberg finden Sie hier
 


Teil eines Tonmodels für Rippenbecher

   
                                kobaltblaue Glas-Fragmente                                       opak siegellackrote Glas- und Schmelztiegel-Fragmente
 

         
Schnupftabaksflasche und Fläschchen                                                                  Rahmenfragmente von Ofenlöchern (Arbeitsöffnungen)

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